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Ganz die Väter – Was machen die Töchter von Jane Birkin?

FAMILIE, Fashion, MUM, Medien

Stephanie Baumgärtner

Hin und wieder fällt der Apfel doch etwas weiter vom Stamm. Während Jane Birkin nach wie vor den Nimbus der 60er-Jahre-Ikone genießt, treten die Töchter Charlotte und Lou in die Fußstapfen ihrer männlichen „Erzeuger“. Über den Einfluss der Künstler-Väter …

Kate, Charlotte, Lou – drei Töchter von Jane Birkin, drei verschiedene Väter. Zugegeben, optisch kommen die Schwestern unverkennbar nach dem Vorbild der Mutter: wildes Haar, der Pony zerzaust à la parisienne, Schmollmund, hohe Wangenknochen. Personifikation der Nonchalance. Betrachtet man jedoch die Lebensläufe der drei, wird eines sehr schnell deutlich: Was den künstlerischen Ausdruck betrifft, haben sie ihre jeweiligen Väter zum Vorbild. In Sachen Stil ist schnell die Brücke von den Birkin-Töchtern zu den ikonischen Bildern der Mutter aus den 1960er-Jahren geschlagen. Doch als Kreative kommen die drei Töchter von Jane Birkin eher nach ihren Vätern: John Barry, Serge Gainsbourg und Jacques Doillon.

 

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Steckt das Künstler-Gen womöglich doch im Y-Chromosom?

1963 verliebte sich Filmkomponist und Hollywood-Beau John Barry in die 13 Jahre jüngere Jane Birkin. Ein Jahr später folgte die Hochzeit. Um ihrem Ehemann zu beweisen, dass sie mehr sein konnte als das Heimchen am Herd (man glaubt es kaum, aber er hielt sie für prüde!), wagte sich die Birkin im Kultstreifen „Blow Up“ splitterfasernackt vor die Kamera. Schnell berühmt und noch schneller schwanger: Mit der kleinen Kate im Bauch ging es auf Reisen. Doch oft war es John, der für seine Arbeit und Affären allein um die Welt flog. Als Jane von Johns Amouren erfuhr, zog sie tief gekränkt zu ihren Eltern zurück. Das Ende einer (ersten) großen Romanze, aus der doch eine große Liebe hervorging: Kate. Dass es die Barry-Tochter ebenso ins Rampenlicht zog wie ihren Vater, würde sich erst Jahrzehnte später zeigen. Kate wandte sich nach einem kurzen Abstecher in die Modewelt der Fotografie zu und porträtierte Persönlichkeiten aus Film und Musik wie Catherine Deneuve oder Audrey Tautou. Auch für Magazine wie Vogue, Elle oder Le Figaro stand Kate hinter der Kamera und bewies ihr Talent in Modefotografie und Werbung. 2013 verstarb sie viel zu früh durch einen Sturz aus dem Fenster ihrer Pariser Wohnung. Den Tod ihrer Halbschwester Kate haben Charlotte und Lou bis heute nicht verwunden, bekennen beide unisono.

1968 lernte Jane Birkin Serge Gainsbourg in Paris kennen. Der Chansonnier mit den Riesenohren wirkte verträumt und auch ein wenig traurig. Hatte ihn doch zuvor Brigitte Bardot verlassen – das genaue Gegenteil der knabenhaften Jane. Die ewige Konkurrentin Bardot hatte einen anderen Playboy gefunden: Gunter Sachs. Besser so.

 

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Wie sähe die Welt heute sonst aus ohne das Liebespaar Birkin – Gainsbourg?

Auf mehr Platten folgten noch mehr Filme. Letztendlich war es wohl Gainsbourg zu verdanken, dass Jane fortan mit der Crème de la Crème der Musikszene verkehrte. Einige Jahre der Glückseligkeit. Jane wurde mit Charlotte schwanger. Doch nach zwölf Jahren brach die Beziehung entzwei. Charlotte pflegte trotz der Trennung den Kontakt zu ihrem Vater und wurde von Kindesbeinen an ins Filmgeschäft integriert. In die bunten Blätter geriet gleich einer ihren ersten Filme, „Charlotte for Ever“ (1986), als Charlotte Gainsbourg, gerade einmal 15 Jahre alt, an der Seite ihres Vaters spielte. Serge, der nicht nur Autor, sondern auch Regisseur und Hauptdarsteller des Werkes war, erregte durch provokative Szenen mit seiner leiblichen Tochter großes Aufsehen. Das Karrierehoch: Für ihre Rolle in Lars von Triers „Antichrist“ (2009) gewann Charlotte den Preis als beste Darstellerin bei den 62. Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Weitere Auszeichnungen gab es für „Melancholia“ (2011) an der Seite von Hollywoodkollegin Kirsten Dunst. Nach dem Tod ihrer großen Schwester kehrte Charlotte Paris den Rücken und zog nach Amerika. Beruflich wohl nicht der schlechteste Schachzug.

 

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Und Nesthäkchen Lou?

Die Tochter von Jacques Doillon, Regiegröße der französischen Filmszene und Birkin-Ehemann Nummer drei, zählt heute zu den renommiertesten Musikerinnen. Mit ihrem Debütalbum „Places“ (2012) sowie selbst komponierten und getexteten Liedern landete Lou Doillon auf den vorderen Rängen der internationalen Charts. Album Nummer zwei, „Lay Low“ (2015), platzierte sich ebenso erfolgreich. Das Künstler-Gen scheint den Töchtern von Jane Birkin im Blut zu liegen. Musik, Film, Fotografie … jede Einzelne der so unterschiedlichen Frauen folgte ihrem Herzen und dem künstlerischen Vorbild der Väter. „Wer will schon ein einfaches Leben? Langweilig!“, sagte Mutter Jane Birkin einst und sprach damit wohl auch ihren Töchtern aus der Seele. Mal sehen, wen sich die Enkelgeneration zum Vorbild nehmen wird …

 

Sliderbild: Bildband “Jane & Serge” via Taschen Verlag
Teaserbild: Pascal Le Segretain / Staff / Getty Images
Fotos: Instagram @loudoillon

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