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So kannst du dich auf die Geburt vorbereiten

SCHWANGERSCHAFT, Wissen

Uli Morant

Eine schöne Geburt zu haben ist nicht nur Glückssache. Frauen, die sich bewusst auf das Erlebnis vorbereiten, haben in der Regel eine entspanntere Geburt. Hier sind die wichtigsten Tipps ...

Die richtige Einstellung zur Geburt: Du schaffst das!

Eine Geburt ist ein einmaliges Erlebnis und wer zum ersten Mal Mutter wird, sieht dem großen Tag mit gemischten Gefühlen entgegen. Vielleicht auch mit etwas Angst. Da steht die große Frage im Raum: Was wird auf mich zukommen? Das ist schwer zu beantworten, denn jede Geburt verläuft anders und jede Frau erlebt sie ganz individuell. Andere Mütter zu fragen, wie ihre Geburt war, ist nur bedingt eine gute Idee. Viel zu oft werden einem beunruhigende Geschichten von langen Wehenphasen, Komplikationen und noch Schlimmerem erzählt.

Was hilft, um eine positive Einstellung zur Geburt zu finden? Ein Gespräch mit der Hebamme ist der beste Weg, die eigenen Unsicherheiten abzubauen. Sie hat konkrete Tipps, kann fachliche Informationen und konkrete Anleitungen geben, wie man mit der Angst vor der Geburt umgeht. Zum Beispiel mit einem speziellen Mantra oder mit Atemübungen.

Mit der Hebamme können werdende Mütter auch eventuelle Risikoszenarien durchsprechen, die in Internetforen gerne diskutiert werden und die einem Sorgen machen. Was passiert wenn die Wehen nachlassen und ich an den Tropf muss? Was, wenn der Arzt zu einem Dammschnitt rät oder wenn das Kind mit einer Saugglocke geholt werden muss?

Übrigens: Im Durchschnitt verlaufen die meisten Geburten in Deutschland ohne Komplikationen. Das sollte man sich immer wieder klar machen.

Den richtigen Ort für die Geburt auswählen

Wo will ich entbinden? Die Frage nach dem Geburtsort ist maßgeblich, wenn ihr euch auf die Geburt vorbereiten wollt. Manche Frauen wollen lieber in eine Klinik, andere ziehen die private Atmosphäre in einem Geburtshaus vor. Eine Besichtigung von beidem (Termine werden regelmäßig angeboten) hilft, sich alles besser vorstellen zu können.

Je mehr Fragen man beim Besichtigungstermin zum Ablauf der Geburtsbegleitung stellt, desto genauer lässt sich einschätzen: Bin ich hier richtig? Auch kritisches Nachfragen ist erlaubt, also zum Beispiel wie schnell eine PDA gegeben wird, was gemacht wird wenn das Kind vor der Geburt noch in der Steißlage ist, wie die Besetzung der Geburtsstation ist und ob es genügend Hebammen gibt?

Doch neben den Fakten sollte man vor allem auf das eigene Bauchgefühl hören: Kann ich mir vorstellen, hier mein Kind zu entbinden? Kann ich mich in dieser Umgebung fallen lassen?

Vorbereitung auf die Geburt

Das richtige Team für die Geburt auswählen

Wer soll mitkommen zur Geburt? Die Begleitung trägt wesentlich zu einer positiven Grundstimmung bei. Auf jeden Fall sollte einem jemand zur Seite stehen, der Sicherheit ausstrahlt auch wenn es stressig oder aufregend wird. Das kann die eigene Mutter, die Schwester oder natürlich der Kindsvater sein. Vermeiden sollte man Menschen, die kein Blut sehen können oder schnell nervös und hektisch werden in emotional angespannten Situationen.

Wenn niemand in der Familie in Frage kommt als Geburtsbegleiter, bietet sich auch eine Doula an. Sie begleitet die Geburt professionell und kann eine wichtige Stütze sein. Sie begleitet schwangere Mütter schon vorher, klärt mit ihnen genau, wie sie sich eine Geburt vorstellen und achtet während des Verlaufs darauf, dass die Wünsche der Gebärenden berücksichtigt werden.

Wie soll die Geburt aussehen?

Die meisten Frauen haben keine konkrete Vorstellung von dem, was sie während der Geburt wollen oder was sie auf keinen Fall wollen. Doch sich darüber vorab Gedanken zu machen kann zu einem entspannten Erlebnis beitragen. Es ist hilfreich, sich folgende Fragen zu stellen und mit der Hebamme darüber zu sprechen:

  • Hilft es mir, in der Wehenphase so lange wie möglich in Bewegung zu bleiben? Will ich lieber im Bett liegen oder auf einem Gymnastikball sitzen oder herumlaufen?
  • Brauche ich Musik zur Entspannung oder regt mich das eher auf?
  • Will ich ein Bad nehmen vor der Geburt? Oder verunsichert es mich, in der Wanne zu liegen während der Wehen?
  • Wie viel Unterstützung der Hebamme werde ich brauchen? Will ich lieber über einen Großteil der Zeit in Ruhe gelassen werden um ganz bei mir zu sein?
  • Welche Ausnahmesituationen machen mir Angst? Was sind die medizinischen Hintergründe dafür und wie kann die Hebamme mir bei einem komplizierteren Geburtsverlauf helfen (Atemübungen, Globuli etc.) bevor medizinisch eingegriffen werden muss?
  • Welche medizinischen Eingriffe möchte ich zulassen – und welche sollte ich zulassen, wenn meine oder die Gesundheit des Babys in Gefahr ist? (PDA, Dammschnitt, Zangengeburt, Saugglocke, Kaiserschnitt)
  • Welche medizinischen Maßnahmen darf ich als Patientin auch ablehnen? (vorsorgliches Legen eines Zugangs, vorsorgliche PDA etc.)

 

Wie kann ich meinen Körper auf die Geburt vorbereiten?

Auch die körperliche Leistungsfähigkeit ist ein wesentlicher Faktor für eine entspannte Geburt. Nachweislich kommen Frauen, die auch in der Schwangerschaft regelmäßig Sport treiben, besser mit den Wehen und dem gesamten Geburtsverlauf klar. Eigentlich ganz logisch: Wer seinen Körper kennt, sich auf seine Kraft und auf seine Kondition verlassen kann, der geht mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein an diese Ausnahmesituation heran.

Mit Sport auf die Geburt vorbereiten

Und es hat einen weiteren Vorteil: Wissenschaftler haben festgestellt, dass auch der Puls des Ungeborenen während der eigenen sportlichen Aktivität ansteigt. Sprich: Das Baby macht die kleine Trainingseinheit mit und ist dementsprechend auch fitter und besser auf die Geburt vorbereitet.

Alle Sportarten, die die Schwangerschaft nicht beeinträchtigen, sind erlaubt. Trotzdem klärt man am besten vorher mit dem Arzt, ob Yoga, Schwimmen, leichtes Cardiotraining, Schwangerschaftsgymnastik oder Walking gut für einen ist.

Auch die Ernährung während der Schwangerschaft ist wichtig, um fit in die Geburt zu gehen. Viel Obst und Gemüse, ungesättigte Fettsäuren und Ballaststoffe sorgen dafür, dass der Körper den Ausnahmezustand gut übersteht. Manche Frauen leiden während der Schwangerschaft an Eisenmangel, was durch spezielle Präparate ausgeglichen werden sollte. Auf das Gewicht zu achten – trotz der gesteigerten Gelüste – ist ebenfalls von Vorteil. Tatsächlich entspricht das, was der Körper in den ersten zwei Schwangerschaftsdritteln zusätzlich an Kalorien braucht nur in etwa einer Scheibe Brot mit Käse und einer Tomate pro Tag.

Regelmäßige Massagen des Damms, zum Beispiel mit Mandelöl, machen diese für die Geburt so wichtige kleine Körperpartie geschmeidig und dehnbarer.

Offen bleiben für Unerwartetes

Die Kliniktasche ist gepackt, alle Fragen zum Geburtsort sind geklärt, der Geburtstermin und ein grober Plan wie die Geburt ablaufen soll stehen fest. Doch wie das Sprichwort sagt: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Vorzeitige Wehen, ein vergeblicher Besuch der Klinik, weil man ganz bestimmt dachte „Jetzt geht es los!“ und doch wieder nach Hause geschickt wurde, Wehenschmerzen, die nicht auszuhalten sind, und schließlich die nicht gewünschte PDA erforderlich machen…

Eine Geburt birgt immer wieder Überraschungen und macht Planänderungen nötig. Da hilft es nur gelassen zu bleiben, das was geschieht zu akzeptieren und sich auf sein Mantra zu konzentrieren: „Ich schaffe das!“.

 

Bilder: Gettyimages

 

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