Stillberatung: 5 Fragen & Antworten von einer Stillberaterin

BABY, Food, Wissen

Alexandra Brechlin

Stillen klappt nicht immer reibungslos. Doch das ist noch kein Grund zur Sorge. Eine Hebamme gibt hilfreiche Tipps zu den wichtigsten Fragen.

Stillen klappt nicht immer von Anfang an reibungslos. Aber kein Grund zum Verzweifeln, das geht vielen jungen Mamas so. Zum Glück gibt es die Stillberatung einer Hebamme! Wir haben bei Katja van Steenkiste, Hebamme, Still- und Laktationsberaterin IBCLC nach ein paar Tipps gefragt.

Mit welcher Einstellung sollte eine Frau an das Stillen herangehen?

Stillen braucht zum Glück keine Vorbereitung. Eine positive mentale Einstellung kann natürlich für einen guten Stillstart und eine zufriedene Stillzeit hilfreich sein. „Ich kann stillen“, „Mein Baby wird mit allen Fähigkeiten geboren, um an meiner Brust trinken zu können.“ Das sind gute innere Sätze, die sich eine werdende Mutter sagen kann, wenn sie ins Zweifeln kommt. Einige Frauen machen sich Gedanken zur Brustgröße oder der Form der Brustwarzen. Auch hier gibt es zwei ganz einfache Sätze. „Mein Neugeborenes kennt nur mich. Es weiß nicht, dass es noch andere Brust- oder Brustwarzenformen gibt.“

Was hilft, Stillprobleme von Anfang an zu vermeiden?

Ich glaube, der wichtigste Tipp ist, sich eine kompetente Unterstützung für die erste Zeit mit dem Baby zu suchen. Eine Hebamme oder Stillberaterin zu haben, ist wirklich wertvoll. Sie gibt Ratschläge rund ums richtige Anlegen und kann helfen, wenn es mal hakt. Natürlich ist es sinnvoll, sich auch schon in der Schwangerschaft mit dem Stillen auseinanderzusetzen. Im letzten Schwangerschaftsdrittel wäre es toll, einen Still-Vorbereitungskurs zu besuchen oder mit der Hebamme ein Gespräch zu dem Thema zu führen. Auch im Geburtsvorbereitungskurs können Frauen ihre Fragen loswerden.

Welche Tipps gibt es damit die Milch besser oder vermehrt fließt?

Das sind zwei unterschiedliche Fragen. Damit die Milch besser fließt, sollte die Mutter Stress vermeiden und sich entspannen. Eine bequeme Stillposition und ein ruhiger, behaglicher Ort zum Stillen unterstützen einen guten Milchfluss. Manchmal kann auch ein wärmendes Gelpad oder ein Kirschkernkissen auf der Brust zu einem entspannten Stillen verhelfen.

Damit mehr Milch gebildet wird und dann auch fließen kann, sollte die Mama ihr Baby häufig und nach dem Bedarf des Kindes stillen. Die Milch wird nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage produziert. Das bedeutet, wird viel Milch nachgefragt, wird auch viel Milch produziert. Acht bis zwölf Mahlzeiten in 24 Stunden sind vollkommen normal. Das Stillhormon Oxytocin ist auch unser Liebes- und Bindungshormon. Kuscheln mit dem Baby, am besten Haut auf Haut, fördert also auch die Milchbildung. Wenn eine Mutter denkt, zu wenig Milch zu haben, sollte sie demnach viel kuscheln, sich Ruhe gönnen und sehr oft stillen.

Woran erkenne ich, dass mein Baby genug Milch bekommt?

Zufriedene Babys sind in der Regel satt. Wenn ein Kind acht bis zwölfmal am Tag an der Brust trinkt, gut zunimmt, einen zufriedenen Eindruck macht und regelmäßig circa fünf bis sechs nasse Windeln hat, dann bekommt es wahrscheinlich ausreichend Muttermilch. Wie oft ein Baby sein großes Geschäft macht, ist sehr individuell. Manche Babys haben nur alle 10 Tage Stuhlgang. Dann allerdings sehr viel. Mütter können ihr Kind auch sehr gut beim Stillen beobachten, um festzustellen, ob es genug trinkt. Es sollten deutliche Schluckgeräusche zu hören sein und oft ist auch während des Stillens Milch im Mundwinkel oder nach dem Stillen ein „Milchbart“ zu sehen. Nach dem Stillen ist ein sattes Kind friedlich, es schläft oder ist wach und interessiert.

Worauf muss man bei der Ernährung in der Stillzeit achten?

Die Zeiten, in denen bestimmte Lebensmittel für die Stillzeit verteufelt oder gar verboten waren, sind zum Glück vorbei. Die Empfehlungen lauten heute, das zu essen, worauf man Hunger hat und was man selbst gut verträgt. Strikte Verbote sind out. Stillende Mütter sollten regelmäßig und vollwertig essen.

 

Weiter Tipps zu den zehn häufigsten Stillproblemen und was du dagegen tun kannst findest du hier.

Foto: istock

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