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Natürliche Heilmittel in der Schwangerschaft – Interview mit Neram von littlebirdsmama

Menschen, SCHWANGERSCHAFT, Wissen

Isabelle Jänchen

Auf ihrem Blog littlebirdsmama schreibt Neram (33) über den Alltag mit ihren Kindern und zeigt Eindrücke aus ihrem Leben in ihrer neuen Heimat Bogotá. Vor wenigen Tagen ist sie zum dritten Mal Mutter geworden. Wir haben sie davor zu natürlichen Heilmitteln in der Schwangerschaft befragt.

Über Neram von littlebirdsmama

Neram stammt aus Niedersachsen und lebte im Rahmen ihres sozialen Dienstes und ihres Studiums u.a. in Paris, Brüssel und Amsterdam. Während der zweiten Schwangerschaft zog sie zusammen mit ihrem Mann und dem gemeinsamen ersten Kind nach Panama City, wo sie bis vor kurzem lebte. Dort begann sie auch ihre Ausbildung zur Doula. Ihre Karriere als PR Managerin in der Modebranche für internationale Unternehmen sieht man der modebewussten Mama an. Ihre Instagramseite ist auch für Fashion-Liebhaberinnen eine  Inspirationsquelle.

Uns hat sie noch während ihrer Schwangerschaft verraten, wie es ihr ging, wie wichtig es ist auf den Körper zu hören, und wie sie sich ganz persönlich auf die Geburt vorbereitet hat. Ganz sicher sind da auch einige hilfreiche Tipps für euch dabei.

Neram von littlebirdsmama zum dritten Mal schwanger

Liebe Neram, auf was achtest du ganz besonders während deiner jetzigen Schwangerschaft? Wie zeigt dir dein Körper, was er braucht?

Als Mutter von zwei Kleinkindern (2 und 4 Jahre alt) habe ich in dieser Schwangerschaft natürlich nicht so viel Zeit mich auszuruhen. Zudem sind wir von Panama nach Kolumbien gezogen und mein Mann war beruflich viel unterwegs. Daher war es mir von Anfang an wichtig, mir hin und wieder Zeit für mich zu nehmen und mich entweder professionell massieren zu lassen oder eben ein kurzes Selbst-Massageritual in meine tägliche Abendroutine einzubauen. Massagen sind meiner Meinung nach eines der besten Mittel, um vielen Wehwehchen der Schwangerschaft wie z.B. Kopf- und Rueckenschmerzen, Wassereinlagerungen oder Krämpfen vorzubeugen. Aber auch seelischer Stress kann hierdurch abgebaut werden.

(Anm. d. Redaktion: Bevor du dich massieren lässt, solltest du mit deiner Hebamme oder deinem Arzt abklären, welche Art von Massage gut für dich ist und auf welche du lieber verzichten solltest, denn manche Massagen können wehenauslösend sein.)

Ein weiterer Punkt, der mir während der Schwangerschaft wichtig ist, ist meine Ernährung. Ich merke richtig, wie mein Körper auf unterschiedliche Dinge Lust hat und erkenne so, was ihm gut tut. Am Anfang der Schwangerschaft waren es vor allem Gerichte mit Linsen und Bohnen. Jetzt im dritten Trimester liebe ich Fisch und Algen, grünes Gemüse aber auch Eiergerichte, Yoghurt und Käse. Neben meinen Gelüsten geht es mir aber auch darum, Nahrungsmittel aus verschiedenen Gruppen abzudecken und wenn möglich vor allem selbstgekochtes Essen zu mir zu nehmen. Ich stresse mich hierbei aber nicht und esse auch mal Eis, Kuchen oder auch industriell bereits verarbeitete Lebensmittel.  Vor allem bei letzterem merke ich aber sofort, dass ich weniger Energie davon bekomme.

 Essen in der Schwangerschaft

Wie erlebst du deine Schwangerschaften, wie geht es dir körperlich?

Meine letzten beiden Schwangerschaften sind ganz problemlos verlaufen und auch dieses Mal geht es mir wieder gut. Im ersten Trimester hatte ich neben den üblichen Wehwehchen wie Müdigkeit und ein bisschen Übelkeit mit nichts weiter zu kämpfen. Und auch in den weiteren Wochen gab es bei mir weder Sodbrennen, noch Beckenschmerzen oder andere Probleme. Aber klar, wenn ich es einen Tag mal übertreibe, spüre ich das am Ende des Tages.

Ich liebe es, wie mein Körper sich verändert, alles runder und größer wird und jedes Mal bin echt dankbar dafür!

Für welche natürlichen Heilmittel hast du dich während deiner Schwangerschaft entschieden und warum?

Gegen die Übelkeit in den ersten Wochen hat mir geholfen frischen Ingwer-Tee zu trinken und viel Zeit draussen an der frischen Luft zu verbringen. Nach letzterem war mir zwar nicht immer, doch sobald ich mich mit den Kids draussen aufhielt, ging es mir um einiges besser.

Zur guten Aufrechterhaltung meiner Darmflora nehme ich ein Probiotikum, esse fetten griechischen Yoghurt und trinke hin und wieder etwas Kombucha. Am besten selbstgemachten und nicht industriell hergestellten, da dieser oft mehr Zucker enthält. Eine gesunde Darmflora stärkt das Immunsystem und beugt so manchen gesundheitlichen Problemen vor.

Am Ende des 2. Trimesters hieß es, dass mein Eisenwert noch im normalen Rahmen aber auf einem niedrigeren Level sei. Hier in Bogota wurde mir sofort Eisen in synthetischer Form verschrieben. Meine Hebamme riet mir aber erst einmal regelmäßig Brennesseltee zu trinken, den ich auch jetzt noch trinke. Zudem nehme ich etwas Spirulina zu mir und habe gelernt, dass es Nahrungsmittel gibt (z.B. calciumhaltige Dinge wie Yoghurt und Käse), die die Eisenabsorption hemmen und diese nicht gleichzeitig mit eisenhaltiger Nahrung zu mir zu nehmen. Dies hat wunderbar geklappt und mein Eisenwert ist wirklich gestiegen.

Himbeerblätter-Tee trinke ich nun auch täglich. Die Einnahme dieses Tees, der dabei hilft Muttermund und Beckenmuskulatur weich zu machen, gehört für mich zu den letzten Wochen der Schwangerschaft dazu. Es ist wie ein Ritual, das mir dabei hilft, mich auf das Ende der Schwangerschaft und die bevorstehende Geburt einzustimmen.
Gesundes kochen in der Schwangerschaft

Wie bereitest du dich auf die Geburt vor?

Während der Schwangerschaft versuche ich viel zu Fuß zu gehen und Schwangerschafts-Yoga zu machen am besten einen Kurs, bei dem es nicht nur ums Atmen und Entspannen geht, sondern in dem auch wirklich körperliche Übungen gemacht werden. Eine Geburt ist ja vom Energieverbrauch wie ein Marathon und es hilft schon, sich vorher auch körperlich etwas drauf vorzubereiten und fit zu sein.

Zudem hatte ich am Ende meiner ersten Schwangerschaft angefangen, mich mit Hypnobirthing zu beschäftigen. Leider hatte ich aber erst sehr spät von dieser Form der Geburtsvorbereitung gehört. Während meiner zweiten Schwangerschaft hatte ich mir dann vorgenommen mich nochmal etwas intensiver damit zu befassen und mein Wissen zu vertiefen.

Beim Hypnobirthing geht es nämlich darum, die Geburt und den Geburtsverlauf an sich als etwas Positives anzusehen und diverse Techniken der körperlichen und mentalen Tiefentspannung anzuwenden, um sich der Intensität der Wehen ganz hinzugeben. Ganz ohne Stresshormone auszuschütten, die den ganzen Prozess wiederum schmerzhafter machen würden. Dazu habe ich ein Buch gelesen, regelmäßig Atem- und Entspannungsübungen mit einer Hypnobirthing App gemacht und mir mit meinem Mann ein sehr informatives und kompaktes Video auf Youtube angesehen, damit auch er genau wusste, worum es hierbei geht und wie er mich unterstützen kann. Dies hat mir bei der 2. Geburt – einer Hausgeburt in Amsterdam – ungemein geholfen.

Dieses Mal habe ich das Gefühl, dass ich die Techniken noch beherrsche. Aufgrund meiner Doula-Ausbildung habe ich ohnehin tagtäglich mit Schwangerschaft und Geburt zu tun, lese Texte und schaue mir Geburtsvideos an. Hierfür kann ich die Plattform BirthTube auf Facebook empfehlen, die die unterschiedlichsten Geburtenabläufe in Videos zeigt und aufklärt. Auch das Profil von Empoweredbirthproject auf Instagram zeigt die ehrliche und “nackte” Wahrheit darüber, wie Geburten ablaufen und möchte werdende Mütter mental bestärken.

Meine Geburtsvorbereitung sieht dieses Mal eher so aus, dass ich versuche nach dem Umzug unser neues Heim fertig zu bekommen. Ich versuche, es mir in den letzten Wochen gut gehen zu lassen und mit einem klaren Kopf und positiven Gedanken dem großen Moment entgegen zu gehen.
An sich benötige ich für die Geburt dann nicht viel. Eine heiße Dusche, Musik, ein gut riechendes Duft-Öl, ein paar Kerzen, ein Labor-Aid Drink aus Kokoswasser, Zitrone, Salz und etwas Honig reichen mir eigentlich. Aber eigentlich ist das alles nebensächlich. Eigentlich brauche ich vor allem meine Ruhe.

Schwangere genießt ihre Schwangerschaft

Empfiehlst du jeder Schwangeren zu einer natürlichen Heilmittel-Apotheke für Zuhause? Was muss rein?

Ingwertee, Lavendel- und Pfefferminzöl gegen Übelkeit, Papayaenzyme und lacto-fermentierte Nahrungsmittel (z.B. Kimchi) gegen Sodbrennen, Brennessel-Tee bei niedrigen Eisenwerten, Salz-Shots und eine hohe Protein-Einnahme bei geschwollenen Händen und Beinen. Die Liste ist unendlich lang! Aber – und das ist sehr wichtig – jede Frau ist anders und nicht alle Schwangerschaften verlaufen gleich. Persönlich tendiere ich dazu, immer erst natürliche Heilmittel auszuprobieren.

Das kommt natürlich aber immer auf die eigene Person und den Grad der gesundheitlichen Beschwerden an. Daher empfehle ich Schwangeren vor allem, sich gut mit dem jeweiligen Problem und Hilfsmittel zu befassen. Auch empfehle ich, mit der Hebamme, dem Frauenarzt oder einem ausgebildeten Naturheilpraktiker Absprache zu halten, bevor man natürliche Heilmittel anwendet.

Alle Fotos: littlebirdmama

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