Endometriose: Oft Ursache für unerfüllten Kinderwunsch

SCHWANGERSCHAFT, Wissen

Stefanie Staiger

Endometriose nennt man die Krankheit, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter wächst. Die Symptome sind nicht eindeutig. Viele Frauem empfinden einfach nur stärkere Schmerzen während der Periode. Doch eine unbehandelte Endometriose kann eine Schwangerschaft verhindern und zu Unfruchtbarkeit führen. Wir sagen euch, was man dagegen tun kann.

Starke Regelschmerzen und Bauchkrämpfe können ein Hinweis auf Endometriose sein (Foto: iStock.com; elenaleonova)

Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen. Trotzdem wissen nur wenige, was hinter der Krankheit steckt. Als Endometriose beschreiben Ärzte die Ansiedlung von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Diese versprengten Gewebeteile – auch Endometriose-Herde genannt – können sich zum Beispiel außen auf der Gebärmutter, an den Eierstöcken oder in der Wand des Eileiters festsetzen. Oft geschieht dies zunächst unbemerkt. Die Symptome können einfach diffuse Bauchschmerzen oder stärkere Schmerzen während der Periode sein. Doch wenn sich die Herde an Eileitern oder Eierstöcken ansiedeln, verhindern sie oft eine Schwangerschaft und führen zu unerfülltem Kinderwunsch. Dann wird eine Behandlung notwendig.

Ursache für die Krankheit ist unklar

Warum sich bei manchen Frauen Endometriose-Herde bilden, ist unklar. Oft sind hormonelle Schwankungen oder ein geschwächtes Immunsystem die Ursache. Im Regelfall verhindert der Körper, dass Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter wächst. Bei Endometriose verhält sich das versprengte Schleimhautgewebe ebenso, wie das in der Gebärmutter. Es baut sich in der ersten Zyklushälfte auf und wird dann wieder abgestoßen. Innerhalb der Gebärmutter geschieht das mit Einsetzen der Periode. Doch außerhalb können die Schleimhautreste oft nicht abfließen. Es können sich Zysten bilden oder es kommt zu Verklebungen. Beides können Ärzte mittels Ultraschall oder einer Bauchhöhlenspiegelung (Laparoskopie) feststellen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Endometriose

Eine Endometriose-Erkrankung mit nur kleinen Herden ist meist harmlos. Bei starken Schmerzen während der Periode helfen Schmerzmittel. Hormonelle Mittel können das Wachstum der Schleimhaut bremsen. Frauen, die sich ein Baby wünschen, sollten sich allerdings immer einer genaueren Untersuchung unterziehen. Denn bei ihnen sind hormonelle Mittel kontraproduktiv. Dann ist eine Operation notwendig, falls die Endometriose-Herde bereits größer sind. Ein solcher Eingriff verläuft schonend unter Vollnarkose. Durch Laserstrahlen oder elektrische Diathermie wird das Gewebe mit großer Hitze entfernt. Leider bilden sich aber bei 20 von 100 Frauen die Endometriose-Herde innerhalb von fünf Jahren wieder neu.

Fazit für Frauen mit (unerfülltem) Kinderwunsch

Auch Frauen mit Endometriose können mit ärztlicher Hilfe schwanger werden (Foto: Pixabay)

Solltet ihr bereits seit einiger Zeit versuchen, schwanger zu werden, aber es klappt nicht: Unbedingt beim Gynäkologen das Thema Endometriose ansprechen. Vor allem, wenn starke Bauch- und Regelschmerzen hinzukommen. Je früher Endometriose-Herde entdeckt werden, umso eher lässt sich etwas dagegen tun. Ab Mitte 30 nimmt die Fruchtbarkeit bei Frauen stark ab. Kommt dann noch Endometriose hinzu, wird es oft sehr schwer, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Doch auch dann können Ärzte und Kinderwunschexperten weiterhelfen! Wichtig ist vor allem, mögliche Anzeichen der Erkrankung zu (er)kennen und sensibel für die Symptome zu sein.

Ihr wünscht euch ein Baby? Wie es vielleicht schneller klappt mit dem schwanger werden, erfahrt ihr in unseren Tipps. Auch diese natürlichen Fruchtbarkeitsbooster können helfen!

 

 

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