Schwanger und Vegetarierin? Was jetzt bei der Ernährung wichtig ist

Food, SCHWANGERSCHAFT

Uli Morant

Was soll ich essen? Und: Was darf ich noch essen? Ein Thema, das alle werdenden Mütter beschäftigt. Gerade für Frauen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, ist das eine ganz besondere Herausforderung. Sie müssen jetzt auf eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen achten.

Was soll ich essen? Und: Was darf ich noch essen? Ein Thema, das alle werdenden Mütter beschäftigt. Schließlich will man das Kleine von Anfang an mit den besten Nährstoffen versorgt wissen, damit es sich gesund entwickelt. Gerade für Frauen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, ist das eine ganz besondere Herausforderung. Sie müssen jetzt auf eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen achten.

Die meisten Ernährungsempfehlungen, die in Fachbüchern und im Internet zu finden sind, gelten jedoch für alle werdenden Mütter. „Eine ganz wichtige Botschaft ist: Schwangere sollten besser, aber nicht unbedingt mehr essen. Der Bedarf an vielen Nährstoffen steigt bereits zu Beginn der Schwangerschaft erheblich an, aber es wird kaum zusätzliche Energie benötigt“, erklärt Maria Flothkötter von der Initiative „Gesund ins Leben“, einem Zusammenschluss verschiedener Verbände, Fachgesellschaften und Institutionen, die sich mit jungen Familien befassen. Mit dabei sind zum Beispiel Vertreter des Berufsverbandes der Frauenärzte, des Deutschen Hebammenverbandes oder des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

 

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Der Energiebedarf steigt nur gering
Das geflügelte Wort „für zwei essen“ hat faktisch keine Gültigkeit, denn erst im letzten Schwangerschaftsdrittel steigt der tägliche Energiebedarf um zehn Prozent an, was in etwa einer Scheibe Vollkornbrot mit Käse und einer Tomate entspricht oder drei bis vier Löffeln Müsli mit einem fettarmen Joghurt. Außerdem bewegen sich werdende Mütter ab der zweiten Hälfte der Schwangerschaft meist weniger und verbrauchen dadurch auch weniger Kalorien.

Folsäure ist wichtig
Allen Schwangeren rät Maria Flothkötter, ein Folsäure-und-Jod-Präparat zu nehmen: „Denn der Bedarf ist stark erhöht, wobei selbst Frauen vor der Schwangerschaft schon deutlich zu wenig Jod und Folsäure aufnehmen.“ Die Einnahme von Folsäure in der Frühschwangerschaft kann nachweislich die Wahrscheinlichkeit von Neuralrohrdefekten beim Fötus, also den sogenannten offenen Rücken, minimieren und mindert das Risiko für weitere angeborene Fehlbildungen wie Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten oder Herzfehler. Frauenärzte empfehlen ihren Patientinnen daher schon bei Kinderwunsch, vorsorglich Folsäure einzunehmen, um die Folsäurespeicher für die wichtigen ersten Entwicklungswochen zu füllen, denn in der Regel wird die Schwangerschaft erst zu einem späteren Zeitpunkt festgestellt.

 

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Vollkornprodukte sind für Vegetarierinnen wichtig
Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Milch und Milchprodukte sollten bei allen Schwangeren auf dem Speiseplan stehen. Vegetarierinnen machen in diesem Punkt also schon mal vieles richtig. Sie können Fleisch durch Vollkornprodukte, Nüsse, Hülsenfrüchte, Saaten ersetzen, in denen viel Eiweiß steckt und von denen einige auch Eisen enthalten. Manche Vegetarier essen Fisch; wer das nicht tut, dem rät Maria Flothkötter, zusätzlich Supplemente mit speziellen langkettigen Fettsäuren, sogenannten Omega-3-Fettsäuren, zu nehmen, denn gerade die seien besonders wichtig für die Gehirnentwicklung des Fötus und andere neuronale Prozesse.

Wer sich vegan ernährt sollte auf B12-Vitamine achten
Eine rein vegane Ernährung während der Schwangerschaft wird von der Initiative „Gesund ins Leben“ problematisch gesehen, denn oft komme es dabei zu einer Unterversorgung mit Kalzium, Zink und Jod sowie mit B12-Vitaminen. „Wichtig ist, dass sich diese Schwangeren zusätzlich von Ernährungsexperten begleiten lassen. Viele sind davon überzeugt, sich sehr ausgewogen zu ernähren, doch das Studium von Nährstofftabellen allein reicht nicht, die Nährstoffversorgung zu bewerten. So sind Nährstoffe nicht aus allen Lebensmitteln gleich gut verwertbar“, gibt Maria Flothkötter zu bedenken.

Eine medizinische Beratung der vegan lebenden Schwangeren empfiehlt auch der Vegetarierbund Deutschland, kurz VEBU, auf seiner Website:  „Schwangere Veggies sollten ihre Nährstoffversorgung regelmäßig überprüfen lassen und bei einem diagnostizierten Mangel auf Nährstoffpräparate zurückgreifen.“

So können werdende Mütter sicher sein, dass ihnen und dem Baby während der Schwangerschaft nichts fehlt und beide gesund bleiben.

Fotos: unsplash (3); Alisa Anton, Mikey Boyle

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