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Working Mum: Im Gespräch mit Cécile Roederer von Smallable

Fashion, MUM

Stephanie Baumgärtner

Im Pariser Marais zuhause, Mutter und Gründerin des Onlinestores Smallable. Wenn man so will: eine französische Working Mum, die Familie und Karriere perfekt unter einen Hut bekommt. Cécile Roederer über den Spagat zwischen Unternehmensführung und Kindererziehung.

Liebe Cécile, vor rund 9 Jahren hast du deinen eigenen Onlineshop “Smallable” gegründet. War es schon immer dein Traum, dich irgendwann selbstständig zu machen?

Ich war schon früh sehr selbstständig – das war auch nötig, um mit meinen vier Schwestern mithalten zu können. Mit ca. 15 Jahren war ich mir sicher, ich würde irgendwann mein eigenes Unternehmen führen. Aber erstmal musste ich wertvolle Erfahrungen sammeln. Also arbeitete ich als Produktmanagerin im Modebereich, später als Managerin für Womenswear. Eine Position mit großer strategischer Verantwortung, ich lernte viel dazu und wollte schließlich mein eigenes Ding starten. Die Concept Store Idee kam also ganz von selbst. Ich liebe Mode und Interieur – und Boutiquen, die ein bisschen von allem haben, mit einem einzigartigen Stil und einer einzigartigen Atmosphäre. Ich entschied mich, auf den Kinderbereich zu konzentrieren, da meine Schwestern und Freunde gerade Kinder bekamen und mir als berufstätige Mütter ständig erzählten, dass sie keine Zeit zum Einkaufen fanden; keine Zeit um zu fünf oder sechs verschiedenen Boutiquen zu rennen. Also entschloss ich mich zur Gründung eines Online Concept Store, um einerseits das Leben der Eltern zu erleichtern, und anderseits um tolle Kindersachen aus der ganzen Welt anbieten zu können. Durch Smallable war ich in der Lage, alle Dinge, die ich liebe, zu vereinen. Heute bin ich wahnsinnig glücklich über das, was ich tue – mit Herz und Seele.

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Nach dem Launch wurdest du selbst schwanger mit deinem ersten Kind Charles. Inwieweit hat sich dadurch rückblickend dein Berufs- und Privatleben verändert?

Ehrlich gesagt veränderte sich mein Leben zwischen 2008 und 2009 komplett. Ich heiratete, startete Smallable mit meinem Mann und bekam unseren Sohn. Ich arbeite in der Mode, mein Mann in der Werbung – in unseren Dreißigern lebten wir ein ziemlich privilegiertes Leben in Paris, und gingen viel aus. Dann plötzlich waren wir eine Familie, zu dritt, mit einem wachsenden Start-up, um das sich gekümmert werden musste. Im Grunde genommen haben wir dadurch aufgehört auszugehen. Diese Jahre waren körperlich sehr anstrengend, es wurde sehr wenig geschlafen, dafür nonstop gearbeitet! Wir wollten so viel Zeit wie möglich mit Charles verbringen, gleichzeitig waren wir ein sehr kleines Team, mussten alles selbst machen und Smallable war längst nicht so strukturiert wie heute. Rückblickend habe ich aber nur glückliche Erinnerungen und bin sehr stolz, so weit gekommen zu sein.

Was ist dir, besonders als Mutter, am wichtigsten bei der Auswahl der Marken und Produkte?

Heute führt Smallable mehr als 600 Mode, Möbel, Interieur und Spielzeugmarken. Trotz dieser Vielfalt versuchen wir jede Saison auf’s Neue unserem Stil treu zu bleiben, indem wir nur die besten Produkte – gut durchdacht und gut gestaltet –auswählen. Darüberhinaus sollen die Produkte nicht nur den Eltern gefallen, sondern vor allem auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Unser Ziel ist, nicht alle Kindermarken anzubieten, sondern nur diejenigen, die am interessantesten sind und die wir selbst schätzen, ganz nach dem Motto »Weniger ist mehr«!

Welche Marken magst du persönlich am liebsten? Was sind die Bestseller ?

Es ist schwierig, mich auf Lieblingsmarken festzulegen, weil ich wirklich alle liebe! Mein Sohn ist seit ein paar Jahren ein großer Fan von Finger in the Nose und Veja. Was mich betrifft: Ich mag besonders die Sachen von Louis Louise, Simple Kids, Babe & Tess, Caramel Baby & Kind und kleine neue Marken wie Rylee & Cru und Hello Simone. Aber auch Les Coyotes de Paris. Ich bringe Charles aber auch Klamotten von meinen Reisen mit, zum Beispiel Nike Sneaker aus den USA und andere Stücke von Marken, die wir in Frankreich noch nicht haben – aber sicherlich bald auf Smallable.

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Die Franzosen sind für ihre Liebe zur Mode bekannt. Legt die Französin mehr Wert auf den Stil ihres Kindes als die Deutsche?

Historisch gesehen ist Frankreich das Land der Mode – sie gehört zu unserer Kultur. Große Couture Häuser und junge Designer kreieren bis heute einflussreiche Mode und etablieren sie auf der ganzen Welt. Franzosen sind sehr modeaffin, nicht nur was sie selbst betrifft, sondern auch ihre Kinder. Das ist es, denke ich, was uns unterscheidet: Wir achten genau auf Praktikabilität (besonders für Kinder), aber im selben Maße auf den Stil. So müssen Mäntel gegen Kälte und Regen schützen, aber ebenso gut aussehen!

Vielen Dank für deine Zeit!

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Teaserbild: Cécile Roederer

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