Geburtsstreik – Keine Kinder für den Klimaschutz?

MUM, Medien

Stefanie Staiger

Sollen wir in Zukunft auf das Kinderkriegen verzichten, um den Klimaschutz voranzutreiben? Diese Diskussion erhitzt momentan die Gemüter. Prominente Frauen wie Miley Cyrus oder Meghan Markle wollen ihre Familienplanung nach Umweltschutzgründen ausrichten. Doch kann das der richtige Weg sein? Ist der Kinderwunsch nicht eine ganz persönliche Sache? Ein Blick auf die Hintergründe.

Klimaschutz-Aktivisten fordern bereits seit geraumer Zeit, auf zu viel Nachwuchs zu verzichten. Kinder seien, das sagt auch die deutsche Autorin und Lehrerin Verena Brunschweiger in ihrem Buch „Kinderfrei statt kinderlos“, die „Umweltsünde Nummer Eins“. Prominente Frauen wie US-Musikerin Miley Cyrus oder Sängerin Blythe Pepino verzichten ganz bewusst auf Kinder. Der Umwelt wegen. Unter dem Hashtag #birthstrike hat sich auf Instagram bereits eine Bewegung formiert, die Kinderlosigkeit propagiert, um das Klima zu retten. Doch kann das die Lösung sein?

„Kein Planet mehr für Kinder“

Miley Cyrus sagte in einem Interview mit der amerikanischen Zeitschrift „Elle“: „Wir haben bereits einen beschissenen Planeten vorgesetzt bekommen, und ich weigere mich, diesen an ein Kind weiterzugeben.“ Sie hat, wie viele andere Frauen auf der Welt, Angst um die Zukunft und möchte die Bedingungen keinem Kind zumuten. Andere Frauen argumentieren, mit einem Baby würde man die Umwelt nur noch zusätzlich belasten. Eine schwedische Studie hat im Jahr 2017 mit der Aussage für Aufruhr gesorgt, dass der Verzicht auf ein Kind mehr als zehn Mal so viel CO2-Emissionen einsparen würde wie der Verzicht auf ein Auto. Kinderlosigkeit wäre demnach ein logischer und folgerichtiger Schritt zur Klimarettung.

Meghan und Harry: Maximal zwei Kinder

Auch das royale Traumpaar Prinz Harry und seine Frau Meghan machen sich Gedanken um den Klimaschutz. Im Mai wurden die beiden Eltern des kleinen Archie. Doch weiterer Nachwuchs steht momentan noch nicht an. In einem Interview mit der britischen „Vogue“ zusammen mit der renommierten Verhaltenforscherin und Affenexpertin Dr. Jane Goodall sagte Harry: „Wir sind die einzige Spezies auf diesem Planeten, die scheinbar denkt, dieser Ort würde uns allein gehören.“ Schon lange macht sich der Prinz für Umweltschutz und Nachhaltigkeit stark und bezieht auch seine Familienpläne ein. Der Prinz erklärte, er und seine Frau Meghan könnten sich „maximal zwei“ Kinder vorstellen. Seit er selbst Vater geworden sei, habe sich seine Sorge um unseren Planeten und der dringende Wunsch, möglichst alles für den Klimaschutz zu tun, noch verstärkt. Verständlich, so fühlen wohl die meisten Eltern.

Was kann jeder von uns tun?

Ob deshalb aber der komplette Verzicht auf Kinder der einzige Lösungsansatz für effektiven Klimaschutz ist, sei dahingestellt. Schließlich ist der Kinderwunsch eine sehr persönliche Angelegenheit. Und Frauen oder Paare, die sich ein Baby wünschen, sollten darauf nicht verzichten müssen.  Vielmehr sollte es darum gehen, was jeder einzelne von uns jeden Tag tun kann, damit wir unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft bieten können. Der CO2-Ausstoß ist zu hoch und muss drastisch reduziert werden. Hier ist zum einen die Politik gefragt, die dringend Maßnahmen ergreifen muss. Höhere Steuern auf Kerosin und Benzin, preiswerteres Bahnfahren und ein Autoverbot in Innenstädten sind erste Ansätze. Aber auch jeder von uns kann im Alltag zum Klimaschutz beitragen. Zum Beispiel mit der konsequenten Vermeidung von Plastikverpackungen. Mit weniger Autofahrten und Flugreisen. Mit einem deutlich geringeren – oder am besten gar keinem – Fleischverzehr. Gerade wir in unserer wohlhabenden, westlich-zivilisierten Welt können es uns leisten, hier mehr Augenmerk an den Tag zu legen und achtsamer zu konsumieren. Das sind wir unserer Umwelt und vor allem unseren Kindern, denen wir diesen Planeten überlassen, schuldig.

Idol und Vorbild in Sachen Klimaschutz-Aktivismus ist die schwedische Schülerin Greta Thunberg. Sie hat die #Fridaysforfuture Bewegung begründet. Mehr über Greta Thunberg erfahrt ihr hier.

 

Bild: Getty

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