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Die HPV Impfung: Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs

MUM, Wohlfühlen

Alexandra Brechlin

Erst vor kurzem starb das Model Elly Mayday mit nur 30 Jahren nach einem langem Kampf an Gebärmutterhalskrebs, ausgelöst durch den HPV Virus. Aber was genau sind diese HPV Viren überhaupt und ist eine Impfung wirklich sinnvoll?

Am Anfang hatte Elly Mayday Schmerzen im Unterleib und unteren Rücken. Die Ärzte rieten ihr zu Schmerzmitteln, immerhin war sie eine gesunde junge Frau. Erst nachdem sie auf eine Computertomografie bestand, diagnostizierte man bei ihr einen Gebärmutterhalskrebs der Stufe drei. Diese Krebsart wird mit bis zu 70 % Wahrscheinlichkeit durch die sogenannten humanen Papillomviren – kurz HPV – ausgelöst. Und fast jeder Mensch – Frauen wie Männer – infizieren sich mindestens einmal im Leben damit. Dies geschieht über  direkten Haut- bzw. Schleimhautkontakt (Geschlechtsverkehr). Aber auch über infizierte Gegenstände sowie bei der Geburt (von der Mutter auf das Kind). Glücklicherweise verlaufen die meisten der Infektionen ohne große Symptome und sind nach 1-2 Jahren im Körper nicht mehr nachweisbar. Allerdings hat man manchmal kein Glück und fängt sich einen gefährlichen Typus des HPV Virus ein. Diese können Geschlechtskrankheiten wie Feigwarzen oder im schlimmsten Fall Gebärmutterhalskrebs auslösen.

 

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Die richtige Vorsorge: Regelmäßiger Abstrich

Weltweit gibt es durch Gebärmutterhalskrebs jährlich etwa 266.000 Todesfälle und 528.000 Erstdiagnosen. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 4500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Jährlich sterben etwa 1500 Frauen an der Krankheit. Bei Frauen ab 20 Jahren machen Frauenärzte darum zur Früherkennung regelmäßig einen Abstrich vom Gebärmutterhals. Durch kreisende Bewegungen wird dabei mit einer Art Bürste die Oberfläche des Muttermunds abgestrichen. Den zweiten Abstrich entnimmt der Arzt aus dem Gebärmutterhalskanal. Anschließend werden die Proben auf einer Glasplatte begutachtet und auf verdächtige Zellveränderungen untersucht.

Impfstoffe gegen HPV: Gardasil und Cervarix

Seit November 2006 ist auf dem europäischen Markt ein Impfstoff unter dem Namen Gardasil  und Cervarix zugelassen, der vor den meisten HPV Viren schützen soll. Es wird empfohlen Kinder ab 14 (Gardasil) bzw. ab 15 (Jahren) noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr impfen zu lassen. Nur dann ist vollständiger Schutz gewährleistet. Inzwischen sind auch Impfstoffe auf dem Markt die auch ältere Person erhalten können. Voraussetzung: Es wurde noch noch keine HPV Ansteckung festgestellt. 2015 waren nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 45 Prozent der 17-jährigen Mädchen komplett drei Mal geimpft.

Bild: Gettyimages

HPV Impfung ja oder nein?

In Deutschland ist die Impfung nach wie vor nicht populär. Zwei Drittel der Deutschen kennen die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) erst gar nicht. Andere halten sie für unnötig oder fürchten ihre Risiken. Viele Leute sind dem Impfen von Kindern ohnehin skeptisch eingestellt.
Im April 2013 wurden in Japan Fälle bekannt, bei denen es angeblich zu Nebenwirkungen des Impfstoffes kam. Unter anderem wurden chronische Schmerzen, Gedächtnisverlust oder sogar Unfruchtbarkeit genannt. Und so entschloss man sich auch in Deutschland nicht mehr zu impfen. Dabei sah das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel nach Auswertung aller gemeldeten Verdachtsfälle keinen Zusammenhang für das Auftreten der Beschwerden. Und 2017 plädierten auch die Mitglieder von 17 japanischen Fachgesellschaften für eine Erneuerung der Impfempfehlung.

Gebärmutterhalskrebs Risiko sinkt stark

Fakt ist, das es derzeit keine Hinweise  auf schwere Nebenwirkungen bei der Impfung gibt, sondern bis zu 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhals durch eine Impfung verhindert werden.  Und wenn man bedenkt, dass circa 80 Prozent aller Frauen sich irgendwann in ihrem Leben mit diesem Virus anstecken werden, ist das ein großer Durchbruch für die sexuelle Gesundheit der Frauen.

Foto: istock

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