Gelbsucht bei Neugeborenen

Gelbsucht bei Neugeborenen: Das solltest du darüber wissen

BABY, Wissen

Gelbsucht bei Neugeborenen verläuft meist harmlos. Hier sind die wichtigsten Fakten, die du darüber wissen solltest.

Was ist eine Neugeborenengelbsucht?

Manche Mütter staunen, wenn ihr Kleines einige Tage nach der Geburt plötzlich einen leichten „Gelbstich“ bekommt. Die Neugeborenengelbsucht (Neugeborenenikterus) ist recht häufig. Drei von fünf Babys bekommen sie. Dabei sammelt sich der gelbe Gallenfarbstoff Bilirubin im Körper an. Wenn eine gewisse Menge dieses Stoffes im Blut vorliegt, färben sich Haut und Schleimhaut des Neugeborenen gelb.

Bilirubin entsteht, wenn rote Blutkörperchen in der Milz und im Knochenmark abgebaut werden. Von einer Neugeborenengelbsucht spricht man, wenn sich große Mengen an Bilirubin im Körper ansammeln oder wenn sowohl die Aufnahme des Stoffes in der Leber oder seine Ausscheidung über die Galle gestört sind.

Die Neugeborenengelbsucht ist in den allermeisten Fällen nicht problematisch und klingt von allein wieder ab. Nach der Geburt werden im Körper des Babys viele rote Blutkörperchen abgebaut. Denn der Blutfarbstoff, den das Baby während der Schwangerschaft brauchte (HbF) wird durch einen anderen Blutfarbstoff ersetzt, den das Neugeborene jetzt braucht, das HbA.

Wann tritt eine Neugeborenengelbsucht auf?

Meist erreichen die Werte des Bilirubin zwischen dem dritten und fünften Lebenstag des Neugeborenen den Höchstwert. In der Regel steigen diese Werte nicht über einen bestimmten Grenzwert an. Außerdem normalisieren sie sich nach zehn Tagen, spätestens nach zwei Wochen von allein wieder. Eine Behandlung der physiologischen Neugeborenenenikterus ist in der Regel nicht nötig.

Kann eine Neugeborenengelbsucht für das Baby gefährlich werden?

Bei wenigen Säuglingen überschreitet die Konzentration von Bilirubin im Blut gewisse Grenzwerte. Das kann dem Neugeborenen unter Umständen gefährlich werden, denn größere Mengen Bilirubin im Blut können das Nervengewebe schädigen.

Ärzte sprechen dann von einer Kernikterus oder Bilirubinenzephalopathie. Eine schwere Neugeborenengelbsucht (Icterus gravis) muss unbedingt schnell behandelt werden. Zudem müssen die konkreten Ursachen für die stark angestiegenen Bilirubinwerte diagnostiziert werden.

Auch wenn die unbedenklichen Bilirubinwerten nach dem vierzehnten Lebenstag immer noch erhöht sind (Icterus prolongatus) sollten die Ursachen genau abgeklärt werden. Es kann zum Beispiel eine Störung der Gallenwege der Grund sein.

Wenn bereits am ersten Tag nach der Geburt die Bilirubinwerte des Säuglings untypisch ansteigen werden ebenfalls sofort ärztliche Behandlungsmaßnahmen eingeleitet. Als Gründe für den frühen Anstieg von Bilirubin kommen zum Beispiel ein vermehrter Abbau roter Blutkörperchen aufgrund einer Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mama und Baby in Frage. Aber auch eine angeborene Blutarmut des Säuglings könnte die Ursache sein. Beide Fälle sind aber eher selten.

Symptome von Gelbsucht bei Babies

In vielen Fällen ist eine Neugeborenengelbsucht schon für Laien erkennbar. Die weiße Augenhaut, aber auch das Gesicht des Babys sind oft gelblich verfärbt.

Sollten Ihnen diese Symptome bei Ihrem Neugeborenen auffallen, sprechen Sie am besten Ihre Hebamme und/oder den Kinderarzt darauf an. Viele Mütter verlassen vor dem dritten Tag nach der Geburt das Krankenhaus, so dass eine Neugeborenengelbsucht erst festgestellt werden kann, wenn Mama und Kind schon wieder zuhause sind. Ein Grund zur Sorge besteht bei den meisten Babys nicht. Vor allem wenn das Baby termingerecht geboren wurde, verläuft die Neugeborenengelbsucht in der Regel harmlos.

Wie merke ich, dass die Gelbsucht bei meinen Baby einen kritischen Verlauf nimmt?

Sollte der gelbe Gallenfarbstoff gefährlich hohe Werte erreichen, so merkt man dies an einer verminderten Aktivität des Babys. Es ist schläfrig, trinkt wenig und gähnt sehr häufig. Später kann es auch zu einer Art Muskelspannung kommen, bei der das Kind sich ins Hohlkreuz überstreckt.

Um so eine kritische Situation zu vermeiden, bestimmt der Arzt meist schon weit im voraus über die Blutwerte die Bilirubinkonzentration des Säuglings, damit vorzeitig reagiert werden kann.

Bei Frühchen ist die Gefahr, dass der Bilirubinabbau nicht komplikationslos verläuft besonders groß. Doch zum einen bleiben diese Babys sowieso länger auf der Frühchenstation, so dass eine Gelbsucht nicht unbemerkt bleibt. Zudem werden die Bilirubinwerte automatisch geprüft und überwacht.

Behandlung bei normaler Neugeborenengelbsucht

Früher sagte man, dass man die Babys möglichst ans Tageslicht (Sonnenlicht) bringen soll, damit die Neugeborenengelbsucht schneller abklingt. Tatsächlich wird die Ausscheidung des Bilirubin durch Licht bestimmter Wellenlänge angeregt.

Wenn die Bilirubinwerte über dem normalen Grenzwert liegen werden die Babys mit einer speziellen Lichttherapie (Phototherapie) behandelt. Diese regt die Ausscheidung des Bilirubins an. Die Haut der Babys wird dabei mit blauem Licht bestrahlt.

Der Säugling liegt unter einer speziellen Lampe, manchmal auch zusätzlich auf einer Leuchtmatte. Zum Schutz der Augen wird ihm eine Schutzbrille angelegt. Das kurzwellige Licht regt das Bilirubin-Molekül an. Es wandelt sich zu einer wasserlöslichen Form um und kann vom Körper ausgeschieden werden. Eine Phototherapie bei erkrankten Babys ist also nur sinnvoll, wenn das indirekte, also schlecht wasserlösliche Bilirubin im Blut erhöht ist. Auch das kann der Arzt mittels eines Bluttests genau feststellen.

 

 

 

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