Gilmore Girls – Von Müttern und Töchtern

FAMILIE, Medien

Silvia Silko

Das Warten hat ein Ende! Die Gilmore Girls kommen endlich wieder und wir schauen uns an, wie sich das Mutter Tochter Gespann im Laufe der Zeit verändert hat und was wir selbst für unsere Beziehungen lernen können.

Endlich: Das Warten hat ein Ende! Die neuen Folgen der Gilmore Girls sind ab dem 25. November auf Netflix zu sehen. Wir durften uns die erste Folge bereits ansehen und merken: Der Erfolg der Serie liegt tief in den Beziehungen unter Frauen verankert, die uns selbst am stärksten prägen.

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Lorelai und ihre Mutter Emily.

Das ungewöhnliche Mutter-Tochter-Duo zeichnet vieles aus: Die Kaffee-Sucht, der wahnsinnig schnelle Redefluss, Junk-Food und letztendlich eben auch die enge und freundschaftliche Beziehung zwischen Rory und ihrer Mutter Lorelai. Der erste Trailer verrät es bereits: Natürlich machen diese Eigenarten die Gilmore Girls immer noch aus. Genau wie wir uns auch wieder auf die kauzigen Bewohner Stars Hollows, Lukes Diner und die scharfe Zunge Emilys freuen dürfen. Und genau, wie die Darstellerinnen Alexis Bledel und Laura Graham in zahlreichen Interviews versichern: Es fühlt sich tatsächlich ein bisschen so an, wie nach Hause zu kommen, nach langer Zeit der Abwesenheit.
Bei den Gilmore Girls fiel 2007 die letzte Klappe. So richtig glücklich mit dem Ende der Geschichte war keiner der Beteiligten – am allerwenigstens die zahlreichen Fans. Rory sollte nach ihrem Uni-Abschluss Obamas Wahlkampf begleiten und somit den Start in eine erfolgreiche Karriere einläuten. Ihren dritten und (ja: wir sind parteiisch!!!) unsympathischsten Boyfriend Logan hatte sie kurz vor Serien-Ende abserviert. Lorelai und Luke hingegen kommen nach etlichen Irrungen und Wirrungen wieder zusammen. Mutter und Tochter verabschieden sich. Erst mal.
Beinahe ein Jahrzehnt später treffen wir Lorelai und Rory Gilmore wieder. Zugegeben – viel verraten dürfen wir noch nicht: #nospoiler. Wird es am Ende Logan, Dean oder Jess sein, mit dem Rory in den Sonnenuntergang reitet? Leben Luke und Lorelai mittlerweile ein langweiliges Eheleben miteinander? Fragen, die im Laufe der vier Folgen und vier Jahreszeiten sicherlich beantwortet werden. Aber ehrlich gesagt, ist das alles zunächst noch gar nicht so wichtig. Geht es erstmal weniger um die Typen, sondern um die Frauen selbst. An den acht Staffeln Gilmore Girls lässt sich eine Evolution der Mutter Tochter Beziehung festmachen, die in den neuen Folgen, in denen wir die beiden Frauen endgültig erwachsen wiedertreffen, mündet.

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Emily und Richard Gilmore

Distanz und Nähe: Die richtige Dosis ist das Geheimnis
Mütter können schrecklich sein. Schrecklich ehrlich. Schrecklich hellseherisch und schrecklich treffsicher. Sie wissen genau, auf welchen Knopf sie drücken müssen und haben unerbittliche Wirkung auf ihre Töchter. Diejenige, die einem am nächsten steht, kann einen auch am allermeisten verletzen. Je älter wir werden, desto eigenständiger werden wir und desto emanzipierter möchten wir wahrgenommen werden. In acht Staffeln Gilmore Girls können wir dies nicht nur zwischen Lorelai und Rory beobachten, sondern vor allem auch an der Beziehung zwischen Lorelai und Emily. Der jahrelange Konflikt zwischen den beiden Frauen ist von unerfüllten Erwartungen und Unverstandensein geprägt. Im Laufe der Zeit nähern sich Mutter und Tochter zwar wieder an, Friede, Freude, Eierkuchen gibt es trotzdem nicht. Und das ist auch gut so. Manche Probleme bleiben nun mal – auch wenn wir uns das anders wünschen. Vielleicht geht es irgendwann auch nicht mehr darum, jeden Konflikt zu lösen, sondern ihn anzuerkennen und zu akzeptieren.
Lorelai und Rory haben im Laufe der Zeit gemerkt, dass es völlig in Ordnung ist, einander loszulassen und dabei dennoch das feste Band zwischen einander zu pflegen. Lorelai vertraut ihrer Tochter, egal, welchen Weg sie einschlägt. Sie respektiert ihre Lebensentscheidungen, auch wenn sie sie nicht unbedingt versteht. Auch in den neuen Folgen funktioniert genau das zwischen den beiden Frauen und erfreut einen immer wieder beim Zuschauen. Nicht zuletzt auch wegen der ganzen popkulturellen Referenzen, die die beiden teilen – das ist wohl einer der Vorteile, wenn Mutter und Tochter nur 16 Jahre trennen.

In den vier neuen Folgen wird sich also einiges tun: Emily muss mit dem Tod ihres Mannes klarkommen und sich selbst finden. Rory muss überlegen, wie sie leben möchte und wer sie sein will. Sie bildet dabei ein perfektes Spiegelbild aktueller Anfang- oder Mittdreißigerinnen, die zwar alles auf einmal machen könnten, dabei aber manchmal auch über die eigene Geschwindigkeit stolpern. Und Lorelai befindet sich irgendwo dazwischen. Alle drei Frauen stehen aber vor der Herausforderung, zu erfassen, was sie vom Leben erwarten und in welche Richtung es gehen soll. Gar nicht so einfach, wie wir selber wissen. Vielleicht hilft ja ein großer Kaffee beim Nachdenken.

 

Bilder: Netflix

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