Babyfüße

Die richtige Nabelpflege bei Neugeborenen

BABY, Pflege

Während der Schwangerschaft wird das Baby über die Nabelschnur versorgt, nach der Geburt bleibt davon nur der Bauchnabel als kleine Erinnerung dieser Verbindung zurück. Die richtige Pflege des Bauchnabels ist gerade nach der Geburt besonders wichtig. Hier sind die hilfreiche Tipps dazu.

Wann fällt der Nabelschnurstummel ab?

Die Hebamme oder eine Ärztin klemmt die Nabelschnur mit einer Plastikklemme oder mit einem Faden nach der Geburt ab, um ein Nachbluten zu verhindern. Der letzte Rest der Nabelschnur fällt bei den meisten Babys innerhalb der ersten zehn Tage ab. Bei manchen Babys dauert es sogar nur drei Tage, bis es soweit ist. Es ist aber auch völlig normal, wenn der Nabel erst nach zwölf bis 14 Tagen vollständig abgeheilt ist.

Was muss ich bei der Nabelpflege beachten?

Der Bauchnabel des Babys muss wie andere Wunden auch täglich versorgt werden, damit alles gut abheilt. Manchmal übernimmt die Hebamme die Nabelpflege, doch auch Eltern sollten sich mit der Pflege auskennen damit sich der Nabel nicht entzündet.
Für die Nabelpflege gibt es im allgemeinen zwei verbreitete Methoden: die geschlossene und die offene Nabelpflege. Bei der offenen Nabelpflege achtet man darauf, dass möglichst viel frische Luft an den Nabel kommt. Wichtig ist hier, dass der Nabel von der Windel nicht bedeckt wird. Am besten faltet ihr den oberen Rand der Windel dafür nach innen. Bei der geschlossenen Variante wird eine sterile Nabelkompresse angelegt. Die hält trocken, verhindert dass etwas an der Wunde schubbert und bringt Abstand zwischen Klemme und Haut. Die Kompresse wird täglich bei der Pflege gewechselt damit sie immer trocken bleibt.

  • Bevor du mit der täglichen Nabelpflege bei deinem Baby beginnst solltest du dir gründlich die Hände waschen.
  • Das Wichtigste bei der Nabelpflege ist, den Babynabel immer trocken und sauber zu halten. Wenn der Nabel über längere Zeit schmiert und Wundsekret austritt das nicht regelmäßig entfernt wird, kann es zu Entzündungen kommen.
  • Zum Reinigen genügt eine 0,9-prozentige Kochsalzlösung. Das ist im Prinzip Wasser und gleicht dem Salzgehalt im Blut. Der Vorteil ist, dass die Lösung nicht brennt wenn sie die Wunde berührt und das Baby sich das Säubern so eher gefallen lässt.
  • Befeuchte einen sterilen Gazélappen (gibt es in der Apotheke) oder ein steriles Wattestäbchen mit der Kochsalzlösung. Damit entfernst du jetzt vorsichtig eingetrocknetes Wundsekret, das sich um den Nabel gesammelt hat.
  • Wenn du dich für die geschlossene Variante der Nabelpflege entschieden hast, legst du jetzt noch eine Kompresse an und danach die neue Windel. Bei der offenen Variante schlägst du die Windel einmal um, damit sie den Nabel nicht berührt.
  • Wichtig: Berühre den Nabel so wenig wie möglich mit den Fingern.
  • Mit dem ersten Babybad solltest du warten bis der Nabel abgefallen ist. Die Schleimhäute des Babys sollten nicht mit Bakterien vom Nabelstummel in Berührung kommen.

Braucht der Babynabel außerdem besondere Pflege?

Nein. Bis der Nabelstummel abgefallen und der Nabel verheilt ist, solltest du ihn bei der geschlossenen und der offenen Variante möglichst in Ruhe lassen. Bitte keinen Puder, Öle oder Cremes benutzen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt zudem, dass die Reinigung des Nabels nur mit Wasser und unter Umständen einer milden Seife erfolgen sollte. Einige Hebammen empfehlen trotzdem manchmal Puder, was den Prozess des Abfallen des Nabelstummels beschleunigen kann, manchmal aber auch dazu führen kann, dass die Wunde häufiger nachblutet.

Tut der Nabelschnurstummel dem Baby weh?

Die Antwort ist Nein, das Baby hat hier keine Schmerzen, denn der Nabelschnurstummel enthält keine Nerven. Von daher kann er dem Neugeborenen nicht weh tun. Einige Babys fangen trotzdem an zu weinen bei der Nabelpflege, wahrscheinlich weil es doch ein unangenehmes und für das Kleine natürlich ungewohntes Gefühl ist und vielleicht auch weil es manchmal an der verheilenden Wunde etwas ziept.

Wann muss ich zum Arzt?

  • Bei Anzeichen für eine Nabelentzündung solltest du unbedingt den Arzt aufsuchen. Das erkennst du an geröteter Haut rund um den Babynabel, an einem blutigen oder eitrigen Nabel. Oft kommt auch noch Fieber dazu, das durch die Entzündung ausgelöst wird.
  • Bei Anzeichen für einen Nabelbruch solltest du ebenfalls so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Einen Nabelbruch erkennst du daran, dass der Nabel vorgewölbt ist.
  • Bei komplizierten Nabelgranulomen solltest du ebenfalls einen Arzt aufsuchen.

Was ist ein Nabelgranulom?

Im Volksmund wird ein Nabelgranulom auch „wildes Fleisch“ genannt. Diese knotenartigen Gewebebildungen entstehen in der Regel, wenn der Nabel sich entzündet hat. Hebammen behandeln die Nabelgranulome oft sehr erfolgreich mit rein homöopathischen Mitteln. Sollte die Wucherung auch mit diesen Methoden nicht abheilen, kann der Arzt das Gewebe mit einem Silbernitratstift verätzen.

Was mache ich, wenn der Rest der Nabelschnur abgefallen ist?

Auch wenn der Nabelschnurstummel abgefallen ist, kann der Nabel noch etwas schmieren. Die Flüssigkeit ist Wundsekret, das auch blutig sein kann. Meist ist dies aber harmlos und kann ebenfalls mit einem Gazétuch und der Kochsalzlösung trocken gepflegt werden. Wenn du eine Hebamme zur Nachsorge hast, wird sie den Nabel des Babys regelmäßig kontrollieren und eventuell auch mit homöopatischen Mitteln zusätzlich behandeln, sollte das nötig sein.

Wie pflege ich den verheilten Babynabel?

Auch jetzt noch solltest du darauf achten, dass der Nabel nach dem Baden immer schön trocken ist. Dazu kannst du ihn mit den Fingern auch vorsichtig spreizen. Bei einem feuchten Nabel können sich Keime bilden, darum ist es wichtig ihn trocken und sauber zu halten. Ansonsten ist keine zusätzliche Pflege nötig.

Wie ihr außerdem die Ohren und die Nase eures Babys richtig pflegt, dazu findet ihr in diesem Artikel einige wertvolle Tipps.

Bild: Luma Pimentel on Unsplash; istock

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