5 wichtige Tipps zum Kauf der Babyschale

Auto, BABY, Erstausstattung, FAMILIE, Mobil

Rebekka Rein

Bereits kurz nach der Geburt steht für die meisten Babys die erste Autofahrt an – von der Klinik nach Hause oder von zu Hause zum ersten Kennenlernen der Großeltern. Den Kauf einer Babyschale erledigt ein Großteil der Eltern bereits vor der Geburt. Wir erklären, was es mit den wichtigsten Begriffen auf sich hat und was es beim Kauf zu beachten gilt.

Wer zum ersten Mal Nachwuchs erwartet, kann beim Besuch eines Babyfachmarkts oder beim Stöbern im Internet schon mal die Orientierung im Produktdschungel verlieren und vor lauter Informationen nur noch Bahnhof verstehen. Wer auf der Suche nach einer Babyschale für Neugeborene ist, stolpert nämlich über neue Vokabeln wie Isofix, Reboarder oder i-Size.

So sicher wie möglich, einfach zu bedienen und bitte nicht allzu hässlich – das sind erfahrungsgemäß die drei Hauptanforderungen, die junge Eltern an eine Babyschale stellen. Die führenden Hersteller von Rückhaltesystemen für Kinder machen es ihren Kunden bei diesem Dreikampf zunehmend einfach: Quietschbunte Muster und weich gespülte Pastelltöne sind weitgehend vom Markt verschwunden. Hautfreundliche Bezüge in lebensbejahenden Farben dominieren das Angebot. Clevere Funktionen sorgen für mehr Komfort und Sicherheit. Isofix-Halterungen schließen Fehlbedienung weitgehend aus. So gesehen könnte der Kauf einer Babyschale ein Selbstgänger sein. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht: Das Angebot an Babyschalen ist riesig, die Unterschiede bei Verarbeitung und Sicherheit sind es leider auch.

Hilfe bei der Kaufentscheidung: Babyschalen im Test

Eine gute Referenz beim Kauf sind in der Regel die Babyschalen- und Kindersitztests von der Stiftung Warentest und dem ADAC. Rückhaltesysteme, die dort gut abschneiden, können bedenkenlos gekauft werden. „Das entscheidende Kriterium ist der korrekte Einbau des Sitzes im Fahrzeug“, sagt Andreas Ratzek, Kindersitztest-Koordinator des ADAC. Merke: Der beste Kindersitz taugt nichts, wenn er nicht korrekt im Auto befestigt wird – oder befestigt werden kann, zum Beispiel mangels ausreichend langer Gurte auf der Rücksitzbank. Darum, ganz wichtig, vor dem Kauf unbedingt ausprobieren, ob der Sitz überhaupt ins Auto passt! Und immer erst mal einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen.

Rückenschonende Technik

Neuer Maßstab bei Babyschalen ist die integrierte Liegeposition. Durch das Umlegen des Tragebügels bewegt sich im Inneren der Liegeschale ein Lattenrost nach oben. Dadurch wird das Baby sachte aus der Sitz- in eine flache Liegeposition gebracht. Ein entscheidender Vorteil, befindet auch die Aktion Gesunder Rücken (AGR e. V.) Erste sogenannte Kombinationssitze (0 bis 4 Jahre) verfügen über ein Feature, das bis- lang nur von klassischen Gruppe-1-Sitzen bekannt war: die 360-Grad- Funktion. Reboard-Sitze lassen sich auf der Isofix-Basis um die eigene Achse drehen. Zum An- und Abschnallen wird der Sitz einfach in Richtung Tür gedreht, was das Platzieren und Herausnehmen des Kindes ungemein erleichtert. Grundsätzlich gilt: Kinder müssen laut Zulassungsnorm R-129 bis zum einschließlich 15. Lebensmonat rückwärts- gerichtet transportiert werden. Auf dem Beifahrersitz darf die Babyschale nur benutzt werden, wenn der Frontairbag ausgeschaltet ist. Der Transport mit eingeschaltetem Airbag ist laut Straßenverkehrs- Zulassungs-Ordnung (StVZO) gesetzlich verboten.

5 goldene Regeln zum Kauf einer Babyschale

1. Niemals Babyschalen/Kindersitze ohne ECE-Siegel verwenden!
2. Keine Blindkäufe – das Baby sollte immer Probe liegen
3. Kindersitz im Auto testen – passt er rein? Gurtlänge ausreichend? ISOFIX vorhanden?
4. Gebrauchsanweisung lesen – so lässt sich Fehlbedienung sicher ausschließen
5. Einstellungen checken – wächst das Baby, müssen Polster (Verkleinerer) und Gurtverlauf angepasst werden und gegebenenfalls ein größerer, neuer Sitz her?

Welche Prüfsiegel für Babyschalen gibt es?

Nur Babyschalen, die auf dem orangefarbenen Prüfzeichen die Nummern ECE-R 44/04 bzw. ECE-R 44/03 oder ECE-R 129 tragen, sind in Deutschland für den Straßenverkehr zugelassen. Die ältere Norm ECE-R 44 teilt die Kindersitze in verschiedene Klassen ein. Für Neugeborene kommen nur Babyschalen der Gruppe 0 oder 0+ infrage. Die Einteilung erfolgt nach Gewicht, die Gruppe 0 ist bis zu einem Gewicht von 10 kg zugelassen, die Gruppe 0+ bis 13 kg.

Was bedeutet i-Size?

Seit Juli 2013 gilt bei Babyschalen zusätzlich die Norm ECE-R 129, genannt i-Size. Nach und nach kommen immer mehr nach dieser Norm zugelassene Sitze auf den Markt. Die ECE-R 129 gilt parallel zur alten Regelung ECE-R 44 und sieht vor, dass Kinder bis zum Alter von 15 Monaten rückwärtsgerichtet fahren müssen. Die Sitzgruppen werden nach Größe und Alter des Kindes eingeteilt, nicht mehr nach Gewicht.

Alle neuen Sitze müssen zudem einen speziellen Seitenaufprallschutz haben, der in einem verpflichtend vorgeschriebenen Test überprüft wird. Um das Risiko einer Fehlinstallation zu minimieren, sieht die neue Verordnung eine Befestigung mit Isofix vor. Automobilhersteller sind nun aufgefordert, Neuwagen mit i-Sizefähigen Sitzplätzen auszustatten. i-Size-Sitze können jedoch auch – sofern kompatibel – in Fahrzeugen ohne i-Size-Zulassung verwendet werden. Bis voraussichtlich 2018 dürfen Sitze nach der alten Norm ECE-R 44 weiterhin verkauft werden.

Was ist Isofix?

Isofix ist ein Befestigungssystem für Kindersitze, über das fast alle Neuwagen verfügen. So funktioniert es: In der Fuge zwischen Sitzbank und Rücksitzlehne befinden sich Ösen. Die Isofix-kompatiblen Babyschalen haben eine Basis, die mithilfe dieser Ösen und eines Haltebügels fest im Auto installiert wird. Der Sitz wird dann einfach auf die Basis gesetzt und eingerastet. Montagefehler sind so gut wie ausgeschlossen und die Babyschale sitzt besonders fest.

ACHTUNG: Finger weg von Isofix-Gurten

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ist Deutschlands oberste behördliche Kontrollinstanz für Sicherheit im Straßenverkehr. Warnungen des KBA sollten also ernst genommen werden. Darum: Finger weg von sogenann- ten Isofix-Gurten als alleiniger Befestigung von Baby- schalen und Kindersitzen im Auto! Gemeint sind spezielle, meistens übers Internet vertriebene Nachrüst- gurte, deren Gurtschlösser auf die Metallbügel der Iso- fix-Halterungen im Auto passen. Das KBA hat festgestellt, dass durch „die alleinige Verwendung dieser Isofix- Gurte die bei einem Unfall möglicherweise auftretende Verletzung des Kindes in ihrer Schwere erhöht wird“

Passt die Babyschale zum Auto?

Da Gurtführung, Sitzmulden und der Winkel der Sitzfläche nicht in allen Autos gleich sind, passt nicht jeder Sitz in jedes Auto. Kindersitzhersteller bieten online den Service, die Kompatibilität mit dem eigenen Fahrzeug zu bestimmen. Noch besser: im Fachmarkt vor Ort den Sitz im Auto ausprobieren. Mit der neuen EU-Norm passen alle i-Size-Sitze in alle Neuwagen – Typenlisten gehören dann der Vergangenheit an.

Sollte man Babyschalen Second-hand kaufen?

Prinzipiell spricht nichts gegen einen gebrauchten Sitz. Ihr solltet aber den Vorbesitzer gut kennen und so ausschließen können, dass dieser bereits einen Unfall mit der Babyschale hatte. Oft sind Beschädigungen für das bloße Auge unsichtbar, können aber im schlimmsten Fall fatale Folgen haben.

Welcher Platz ist der sicherste für die Babyschale?

Grundsätzlich reisen Kinder auf der Rückbank am sichersten. Dort ist der mittlere Platz zu bevorzugen, da dieser bei einem Seitenaufprall den besten Schutz bietet. Allerdings gibt es dort nur in den wenigsten Fahrzeugen Isofix-Verankerungen. Verfügt der mittlere Platz nur über einen Beckengurt, scheidet er ebenfalls aus.

In diesen Fällen ist der Platz hinter dem Beifahrer zu empfehlen, da Eltern den Säugling dann von der Gehwegseite ins Auto heben und anschnallen können. Achtung: Wird eine Babyschale rückwärts auf dem Beifahrersitz angebracht, müsst ihr den Beifahrerairbag unbedingt deaktivieren. Die Seitenairbags auf der Rückbank sind hingegen unschädlich für das Kind.

 

Die Vorteile von rückwärtsgerichteten Kindersitzen

Babys dürfen nur rückwärts reisen, da das Verletzungsrisiko so viel geringer ist. Der Babykopf ist im Vergleich zum Rumpf sehr groß und schwer, zudem ist die Nackenmuskulatur beim Baby noch nicht ausgebildet. Sitzt das Baby vorwärtsgerichtet, würde der Kopf bei einem Frontalcrash mit voller Wucht nach vorne geschleudert. Babyschalen und die neuen Reboards, also rückwärtsgerichtete Sitze, haben den Vorteil, dass das Baby mit seinem ganzen Gewicht in den Sitz gedrückt und so sicher abgestützt wird. Der Trend geht dahin, dass Kinder künftig bis zu ihrem vierten Lebensjahr rückwärts zu reisen haben. Die neuen i-Size-Sitze machen das möglich.

Praktisch: Die Babyschale to go

Eine Babyschale, die sich auf einem Kinderwagengestell befestigen lässt, ist praktisch für schnelle Besorgungen oder den kurzen Arztbesuch. Sie sollte aber kein Ersatz für einen Kinderwagen sein, denn langes Verweilen in halb liegender Position, auf die die meisten Babyschalen ausgerichtet sind, schadet der Wirbelsäule der Kleinen. Daher auch bei längeren Autofahrten immer ausreichend Pausen einplanen in denen man das Baby aus der Schale holt, es sich strecken und gerade liegen kann.

Mit Baby in den Urlaub. Wichtige Tipps zum Reisen mit dem Kleinen findest du hier.

Diese Autositze eignen sich für Neugeborene

 

 

Foto Slider: Cybex; Fotos im Text: Maxi-Cosi

Mehr goldene Regeln zum Kauf einer Babyschale findest du hier.

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