Auf Tuchfühlung – Die Vorteile einer Babytrage

BABY, Erstausstattung, Mobil

Rebekka Rein

Tragehilfen sind als Alternative zum Kinderwagen enorm praktisch. Aber sind sie auch gut fürs Baby?

Tragehilfen sind als Alternative zum Kinderwagen enorm praktisch. Aber sind sie auch gut fürs Baby? Wir haben die Osteopathin Julia Ziegler gefragt, die sich auf die Behandlung von Säuglingen und Kindern spezialisiert hat.

 

Was sind die Vorteile eines Carriers, was die eines Tragetuchs? 

Julia Ziegler: Ein Tuch lässt sich vielfältig verwenden, es ist weich und anschmiegsam, dadurch passt es sich gut an den Körper von Mutter oder Vater an. Außerdem kann man es problemlos in jede Handtasche stecken. Ein Carrier dagegen sorgt von Anfang an für die orthopädisch korrekte Anhock-Spreiz-
Haltung. Die leichte Handhabung und das schnelle Anbringen sind weitere Pluspunkte. Da das Gewicht des Kindes auf die Hüften verlagert wird, ist eine derartige Trage sehr rückenschonend für die Eltern.

Julia Ziegler

Julia Ziegler ist in München als Kinderosteopathin tätig.
Foto: Jens Schnabel

Gibt es auch Schwachstellen bei den beiden Tragehilfen?

Das Tuch ist manchmal in der Handhabung kompliziert, denn es muss schon ein bisschen geübt werden, bis die Wickeltechnik gut funktioniert und alles richtig sitzt. Falsch gebundene Tücher sind auch meist die Ursache für Rückenschmerzen bei den Eltern. Bei einem Carrier müssen die Gurte bei jedem neuen Träger wieder verstellt und individuell angepasst werden – und die sind oft etwas sperrig.

Wie wirkt sich das Tragen auf die Entwicklung der Hüfte des Babys aus?

Häufiges Tragen ist gut für die Entwicklung der Hüfte. Voraussetzung ist allerdings, dass korrekt getragen wird. Egal ob Tragetuch oder Carrier – Kinder sollten immer in der Anhock-Spreiz-Haltung sein. Wie der Name bereits verrät, befindet sich das Baby in einer Hockposition, die Knie sind dabei bis zum Nabel angewinkelt und zeigen leicht nach außen. Durch diese Position wird die Hüfte nach vorne gebracht, ein Rundrücken entsteht und eine Belastung der Hüftköpfe wird vermieden. Ein weiterer Aspekt, der sich positiv auf die kindliche Hüfte auswirkt, ist, dass durch die Bewegung beim Tragen die Durchblutung der Knochen und der Muskulatur stimuliert wird, was letztlich zu einer schnelleren Verknöcherung des Beckens führt.

Und wenn das Baby falsch getragen wird?

Haltungsschäden durch falsches Getragenwerden in der Kindheit sind bis heute weder orthopädisch noch osteopathisch bestätigt, da kann ich alle Eltern beruhigen.

Worauf sollten Eltern beim Kauf achten?

Auf alle Fälle sollte die Tragehilfe einen breiten Sitzsteg haben, der es dem Baby erleichtert, die richtige Haltung einzunehmen. Und wie schon erwähnt: Gepolsterte Schultergurte und ein Hüftgurt sind ebenfalls wichtig.

 

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Foto: Jens Schnabel

Zur Person

Julia Ziegler hat 2014 den akademischen Titel „Master of Science“ in Kinderosteopathie erworben und ist als Münchens erste Kinderosteopathin MSc im „manutherapeuticum ZIEGLER“ tätig.

 

 

 

Foto Teaser und Slider: Ergobaby

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