Nahrungsergänzungsmittel – Was braucht mein Körper in der Schwangerschaft?

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Alexandra Brechlin

Das Angebot von Nahrungsergänzungsmitteln für Schwangere ist riesig und reicht von Folsäure und Jodtabletten bis hin zu Präparaten mit Omega-3-Fettsäuren. Doch was brauchen werdende Mütter wirklich?

Die meisten Menschen wissen, dass der Köper in der Schwangerschaft einen gesteigerten Vitamin- und Mineralstoffbedarf hat, um das ungeborene Kind mitzuversorgen. Doch es geht schon beim Kinderwunsch los. Auch Männer sollten vor einer geplanten Schwangerschaft Nahrungsergänzungsmittel in Erwägung ziehen, um ihre Fruchtbarkeit zu steigern. So kann sich Zinkmangel beispielsweise negativ auf die Spermienqualität auswirken.

„Eine gesunde Ernährung und eine vernünftige Lebensführung vor und während der Schwangerschaft sind für einen störungsfreien Schwangerschaftsverlauf, die Geburt und die Entwicklung des Kindes von besonderer Bedeutung“, so Apotheker und Ernährungsberater Michael Mühlhaupt, der unter anderem auch als Präventionsmanager bei Wipig und Dr. Niedermaier tätig ist.

Die wichtigsten Nährstoffe – Folsäure, Eisen und Jod

Selbst bei einer ausgewogenen und gesunden Ernährung kann es noch zu Mangelerscheinungen kommen. So ist nach einer Studie der Bundesärztekammer fast die Hälfte der Frauen im gebärfähigen Alter von Eisenmangel betroffen.
„Vor allem Folsäure, Jod, Eisen, Omega-3-Fettsäuren (DHA, EPA), Vitamin D3, Zink, Calcium, Magnesium, Vitamin B6 und L-Carnitin werden in der Schwangerschaft verstärkt benötigt“, erklärt Michael Mühlhaupt. „Bei allen Schwangeren wird die Supplementierung von Folsäure und Jod mit Nahrungsergänzungsmitteln empfohlen.“

Wichtige Närhstoffe für das ungeborene Kind

Insbesondere Folsäure ist wichtig für die Zellteilung und Zellbildung. Bei einem Mangel dieses B-Vitamins während der Schwangerschaft steigt das Risiko des Kindes, mit Missbildungen wie einem offenen Rücken zur Welt zu kommen. Empfohlen wird darum, das Folsäuredepot der Frau bereits einige Monate vor der geplanten Schwangerschaft aufzufüllen. So ist der Körper gut vorbereitet, wenn es zur Befruchtung kommt. Ähnlich verhält es sich auch mit Jod. Seit Jahren wird der Nährstoff dem Speisesalz beigemischt, um den damals sehr verbreiteten Jodmangel in der Bevölkerung zu senken, dennoch leiden viele Schwangere immer noch unter Mangelerscheinungen. Frauen, die sich „leicht“ ernähren und vor allem Gemüse, Obst, Pasta oder viele kohlenhydratreiche Produkte verzehren, riskieren zudem schnell einen Eisenmangel. „Über eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln über Folsäure und Jod hinaus sollte jedoch immer individuell mit dem Frauenarzt entschieden werden“, rät Michael Mühlhaupt.

Kein Ersatz für Obst und Gemüse

Wer sich für die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln entscheidet, sollte sich bewusst sein, daß sie keinen Ersatz, sondern eben „nur die Ergänzung“ für eine gesunde Ernährung sind. Michael Mühlhaupt sagt dazu: „Nahrungsergänzungsmittel sind kein genereller Ersatz für Obst und Gemüse bzw. eine ausgewogene Ernährung. Wird allerdings zum Beispiel Obst nicht vertragen, kann man die dadurch fehlenden sekundären Pflanzenstoffe, Vitamine und Mineralstoffe durch kaskadenfermentierte Essenzen ersetzen. Diese natürlichen Nahrungsergänzungsmittel bieten wie Obst und Gemüse ein sehr breites Spektrum lebenswichtiger Mikronährstoffe.“

Weitere wichtige Vitamine in der Schwangerschaft

Vitamin A

Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A ist während der Schwangerschaft von enormer Bedeutung, denn es ist für viele Wachstumsprozesse verantwortlich – und nicht zuletzt auch für ein funktionierendes Immunsystem.

Vitamin D

Menschen in den nördlichen Breiten leiden fast alle unter einem Vitamin D-Mangel, denn dieser Stoff wird ausschließlich unter dem Einfluss von Sonnenlicht produziert. Im Alltag macht sich der Mangel kaum bemerkbar, in der Schwangerschaft kann es jedoch zu Komplikationen, zu Lungenerkrankungen und Defiziten beim Knochenbau kommen. Wenn regelmäßige Aufenthalte in der Sonne nicht ausreichen, können ergänzend Vitamin-D-Präparate eingenommen werden.

Vitamin E

Vitamin E schützt die Zellen der Mutter vor freien Radikalen. Das Vitamin ist jedoch in so vielen unterschiedlichen Lebensmitteln –von der Paprika bis hin zu Nüssen – enthalten, dass bei einer ausgewogenen Ernährung auch bei Schwangeren selten ein Mangel besteht.

Vitamin C

Das wohl bekannteste Vitamin überhaupt ist vor allem in frischem Obst und Gemüse enthalten. Vitamin C stärkt das Immunsystem und fängt schädliche Sauerstoffradikale ab. Insbesondere in der Schwangerschaft ist das eine wichtige Eigenschaft, da gleichzeitig das Immunsystem des Kindes gestärkt wird. Zudem hilft Vitamin C bei der Aufnahme von Eisen im Körper. Mängel können unter anderem zu Störungen des Wachstums und der Knochenentwicklung des Babys führen.

Vitamin B12 und B6

Ein Mangel an Vitamin B12 kann in den ungünstigsten Fällen zu einer Fehlgeburt führen. Das Vitamin ist für die Bildung der roten Blutkörperchen verantwortlich und unterstützt die Zellteilung. Vitamin B6 hingegen fördert die Blutbildung und trägt zum Aufbau körpereigenen Eiweißes bei. Zu wenig Vitamin B6 kann beim ungeborenen Kind zu schwerwiegenden Mangelerscheinungen wie Blutarmut und Magen-Darm-Beschwerden führen. Neben einer gesunden Ernährung mit viel Fisch und Milchprodukten kann darum in der Schwangerschaft zusätzlich ein Präparat eingenommen werden, das Mutter und Kind mit B-Vitaminen versorgt.

Biotin

Das wasserlösliche Vitamin zählt ebenfalls zu den Vitaminen des B-Komplexes und ist für gesunde Haut, Haare und Nägel verantwortlich. Wer in der Schwangerschaft unter Haarausfall oder einem schlechten Hautbild leidet, dem kann unter Umständen eine erhöhte Biotin-Einahme helfen.

 

 

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