Abenteuertrip durchs Land der Geysire

BABY, Reise

Kann man mit einem einjährigen Kind auf einem Tourenrad durch Island fahren? Das haben sich unsere Gastautoren Felix und Simone Schrader gefragt. Und eine fantastische Reise durch ein wildes Land erlebt.

Text und Fotos: Felix und Simone Schrader 

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Auf ins Abenteuer: Felix und Simone Schrader mit ihrer Tochter und dem Equipment für die Island-Tour

Steht eigentlich irgendwo geschrieben, dass man, sobald ein Kind das Leben bereichert, nur noch ruhigen Hotelurlaub machen darf? Nein, dachten Felix und ich, als wir unsere Hochzeitsreise planten. Da wir schon „zu dritt“ geheiratet haben, sollte natürlich auch unsere Tochter mit knapp einem Jahr mitkommen auf die Reise. Wir wollten nach Island. Mit Fahrrad und Kinderanhänger. Ein Entschluss, der so manche unserer Freunde und Bekannten mit gerunzelter Stirn aufgenommen wird. Egal, denken wir uns, kriegen wir hin. Ziel ist ja nicht, Kilometer auf dem Fahrrad zu „schrubben“, sondern die Insel zu erkunden.

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Für ihre kleine Tochter mussten die Schraders Babybrei einpacken, für die Erwachsenen gab es Knäckebrot

So machen wir uns an die Vorbereitungen. Ganz speziell bereitet uns die Versorgung unserer Tochter Kopfzerbrechen. Wo und wie oft würden wir Windeln kaufen können? Wie stellt man ein möglichst breiartiges Essen mit nur einem Benzinkocher und ohne Stabmixer her? Und Knäckebrot, unsere auf vielen Erwachsenen touren erprobte Notration, so ohne Zähne? Also muss noch ein Gepäckanhänger mit, der ausschließlich mit kindgerechtem Essen und einer ersten Ration Windeln bestückt wird.

Am Tag vor unserer Abreise gleicht unser Wohnzimmer einer Mischung aus Outdoor-Laden, Fahrrad-Ersatzteillager und Supermarkt. Undenkbar, dass all das in Fahrradtaschen passen soll. Gute drei Wochen wollen wir auf der Insel verbringen, mit zwei unterschiedlichen Touren: einem Dreitagestrip im Hochland und anschließend ein zweiter entlang der Ost- und Südküste auf der sogenannten Ringstraße.

Die Isländer sind ein kinderfreundliches Volk 

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Abenteuerlich: Übernachten im Zelt, mit Blick auf die atemberaubende Landschaft der Insel

Und dann geht es tatsächlich los. Über Reykjavik weiter mit dem Flieger nach Akureyri, und von dort mit dem Bus ins Hochland. Bus? Zwei Fahrräder, ein Anhänger, massenweise Gepäck und zweieinhalb Menschen in einem Bus? Ja! Das geht auf Island! Und wenn der Laderaum voll ist, dann wird mal eben noch ein Anhänger organisiert. Wir haben die Isländer als äußerst entspanntes, entgegenkommendes und vor allem kinderfreundliches Volk kennengelernt. Und somit sollte es nie ein Problem werden, mit unserer ganzen Ausrüstung zu reisen. Mit dem Fahrer des Touristenbusses, der uns ins Hochland mitgenommen hat vereinbaren wir einen Abholpunkt drei Tage später, denn uns ist klar, dass wir nicht die ganze Strecke mit Kinderanhänger wieder zurück in die Zivilisation radeln können.

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Nichts als Wüste, Berge und Schotterpisten: mit dem Fahrrad eine echte Herausforderung

Ziel der ersten Tour ist die Gegend um den Vulkankrater Askja, der mit einer Gesamthöhe von 1510 Metern immer noch 800 Meter über die Hochebene ragt, durch die wir teilweise fahren. Das isländische Bergland ist wirklich faszinierend: eine Vulkanwüste ohne Baum und Strauch. Einzig winzig kleine Pflänzchen, die sich in der kargen Natur zurecht finden tauchen dann und wann auf. Auf Schotterstraßen mühen wir uns durch diese grandiose Landschaft. Doch was sich nach Feldweg anhört, ist nicht mit unasphaltierten Wegen in Deutschland vergleichbar. Der Belag einer isländischen Schotterstraße reicht von tatsächlich kleinkörnigem Schotter, der gut zusammengepresst und dadurch gut fahrbar ist, bis zu kinderfaustgroßen Steinen, die in Form einer Straße durchs Land verlaufen – und mit dem Fahrrad überhaupt nicht zu befahren ist. Dennoch erreichen wir unser erstes Etappenziel, die Oase Herdubreidarlindir, ein grüner Fleck inmitten der ganzen Bimssteinwüste – und ein Ruhepol fürs Auge.

Den kompletten Reisebericht der Familie Schrader lest Ihr in der mum 24! 

Weitere Themen aus dem Heft findet Ihr hier.

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